Literatur-philosophische Seminar. Dr. Paul Schulz
Faust 2.
Der große Entwurf der modernen Welt des alten weisen Goethe

 

 

 

Der große Entwurf der modernen Welt 
des alten weisen

- Nach Sturm und Drang mit heißem Liebessehnen
- nach frühem Dichterruhm und Anerkennung
- nach Amt und Würden am Weimarer Hof
- nach intensiven naturwissenschaftliche Studien
- nach einem also langen, höchst bewegten Leben

beendet Goethe Faust 2  im August 1831, gut ein halbes Jahr vor seinem Tod.
Goethe ist da fast 82 Jahre alt.

Goethe selbst weiß um die Schwierigkeiten seines letzten großen Werkes, an dem er über 60 Jahre gearbeitet hat. Er schreibt dazu selber an Wilhelm von Humboldt 1831:

Nun hat der Verstand an den Zweiten Teil (Faust 2) mehr Forderung als an den Ersten Teil (Faust 1). In diesem Sinne musste dem vernünftigen Leser mehr entgegengearbeitet werden. 

Deshalb ist es großartig, dem großen Goethe in seinen Faust 2-Gedanken zu folgen, selbst wenn sich dem Ungeübten nicht immer gleich alles erschließen mag.

Eben dafür haben wir ja dieses Seminar, mit dem Sie sorgfältig in dieses Werk eingeführt werden und Sie so  das Wesentliche – wo nötig erklärt – verstehen und nachvollziehen können – nicht nur das Literarische, auch das immer erneut Philosophische an Goethe.

Wir werden miteinander schöne Gespräche haben! 

Kommen Sie zu 

in der neuen Räucherkate Volksdorf

 

Seminar-Verlauf


1. Seminar-Nachmittag, Donnerstag, 20. September 2012 · 15 – 16.30 Uhr 

Goethe wollte schon immer das eigentliche Kernthema Faust & Helena schreiben. Gretchen (Faust 1) ist ihm nur dazwischen gekommen.

[Faust 2, 1. Akt, Zeilenverse 4613 - 4727:  Anmutige Gegend]:
Wir versuchen mit Goethe, Faust 1 zu vergessen.
Entwurf und Entstehung von Faust 2.
Gesamtüberblick über den thematischen Aufbau von Faust 2

2. Seminar-Nachmittag, Donnerstag, 27. September 2012 · 15 – 16.30 Uhr
[Faust 2, 1. Akt, ab Zeilenvers 4728 bis 6565]:
Der Niedergang der mittelalterlichen Welt am Beispiel ihrer höfischen Gesellschaft. Der ewige Kampf um Macht und Besitz, um Ehre und Ruhm droht zusammen zu brechen. Es droht Zahlungsunfähigkeit, absoluter Staatsbankrott. Die Staatsführung sucht verzweifelt nach Hilfe, trifft auf Faust.

Faust erfindet das Papiergeld. Damit lässt sich beliebig Liquidität drucken. Der Staat kann seine Schulden bezahlen, saniert sich. Die Hofgesellschaft erfährt von ihrer vermeintlichen Rettung während eines wilden Karnevalfestes. Dabei beschwört Faust Helena herauf …

[Faust 2,  2. Akt]:
Die „Explosion“ des Trugbildes Helena reißt Faust in seine Studierstube zurück, wo er vordem mit Mephisto eine Wette um seine Seele abgeschlossen hatte. Von hier starten Mephisto und Faust dann in die klassische Walpurgisnacht der Antike. Faust auf der Suche nach Helena …

3. Seminar-Nachmittag, Donnerstag, 4. Oktober 2012 · 15 – 16.30 Uhr
[Faust 2, 3. Akt]:
In ihrer Welt begegnet Faust Helena. Faust, Urtyp der materialistischen Welt, Helena, Urbild der antiken Kunst- und Schönheitswelt. Beide heiraten. Ihr gemeinsamer Knabe Euphorion ist Symbol einer Zukunftsvision, der erhofften Kulturvereinigung von Antike und Abendland.
- Weimarer Klassik und die Verehrung der Antike: Faustens Traum zerspringt.

4. Seminar-Nachmittag, Donnerstag, 11. Oktober 2012 · 15 – 16.30 Uhr
[Faust 2, 4. und 5. Akt bis Verszeile 11538]:
Faust, der Tatmensch, stürzt sich in den wissenschaftlichen Fortschritt der modernen Welt. Für Kriegsverdienste hat er vom Kaiser einen Küstenstreifen am holländischen Meer geschenkt bekommen. Mit technisch modernsten und menschlich radikalsten Mitteln betreibt er dort in großem Stil Landgewinnung, schafft Lebensraum für eine neue Welt. 
- Goethe und die Naturwissenschaften.

5. Seminar-Nachmittag, Donnerstag, 18. Oktober 2012 · 15 – 16.30 Uhr
[Faust 2, 5. Akt, Szene Großer Vorhof des Palastes, ab Verszeilen 11539 bis 11586]:
Der Tatmensch Faust bekennt sich in einem dramatischen Schlussbekenntnis seines Lebens zu seiner modernen Welt mit dem Ausruf der Mephisto-Wette

Zum Augenblicke dürft ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!

In dem verbissenen Deutungskampf dieser berühmten Szene stehen die Meinungen hart gegeneinander. Die Deutung entscheidet über das Gesamtverständnis des Faust.

6. Seminar-Nachmittag, Donnerstag, 25. Oktober 2012 · 15 – 16.30 Uhr
[Faust 2, 5. Akt ab Verszeile 11539 - 12111, Ende des Dramas]:
Goethes fataler Faust-Abgesang. Goethes Schluss-Szene versinkt in einem religiös-kitschigen Sumpf: 
Engel retten durch Verführung Mephistos Faust in den Himmel.
- Dagegen: Gedanken zu einer radikalen Neufassung des Schlussteils von Faust 2.

 

Ein Seminar von und mit Dr. Paul Schulz 
in der neuen Räucherkate Volksdorf.
Auch gerne für Nicht-Senioren !!

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