Weihnachten für Ungläubige
Do it yourself: Friede auf Erden

Heute kann nur leben, wer an kein Happy-End mehr glaubt.

So hart reden wir, wenn uns Freundschaft zerbricht, innige Liebe erlischt, Unglück hoffnungslos macht. Das Leben setzt viele harte Schlusspunkte ohne Wiederkehr.

Die alte Weihnachtsgeschichte behauptet es anders. Für sie gibt es trotz aller Zusammenbrüche so etwas wie ein ewiges Heil. Sie verspricht himmlische Rettung, Frieden, Glück. Mitten hinein in die dunkelste Nacht strahlt für sie göttliches Licht.

Nichts als Illusion – sagt Karl Marx. Je ärmer die Menschen dran sind, desto süchtiger greifen sie nach solchen religiösen Trugbildern. Für die Entbehrungen ihres Lebens brauchen sie Betäubungsmittel. Mit frommen Illusionen laufen sie gleichsam immer etwas religiös beschwipst durch die Welt.

Die Weihnachtsgeschichte mit dem Jesuskind in der Krippe und darüber die himmlischen Engelscharen – das ist so eine fromme Illusion. Es ist ei historisches Zeugnis dafür, wie sich die Menschen damals -vor 2000 Jahren – ihr Glück erträumt haben.

Sagen wir es noch deutlicher: Nie haben je Engel vom Himmel herunter göttliches Heil verkündet, kein Stern hat himmlische Rettung verheißen; Maria war keine jungfräuliche Gottesmutter; ja, Jesus ist nicht einmal in Bethlehem geboren, sondern in Nazareth – Kind normaler Eltern: Maria und Joseph.

Selbst wenn viele fromme Weihnachtspredigten es anders behaupten – es bleibt nichts Göttliches.

Es bleibt nur Menschliches: Eben unsere uralte Sehnsucht, es möchte alles viel besser sein, als es ist. Unser Wunsch also, über das Alltägliche hinauszukommen und angesichts von Not und Verzweiflung, von Angst und Schwierigkeiten Glück zu finden.

Gerade auch kritische Christen haben sich deshalb mit Bedingungen, die das Leben bedrohen, nie abfinden wollen. Auch für sie kann die Welt so nicht bleiben, wie sie ist. Eine bessere Welt muss geschaffen werden. Das Menschsein darf nicht in vorhandenen Positionen festgehalten, sondern muss vorwärts blickend befreit werden. Kein Happy-End also – aber persönlicher Mut nach vorn!

Wenn es nur so viel Glück gibt, wie Menschen Glück schaffen, dann müssen wir selber für mehr Glück sorgen. Wenn es nur so viel Trost gibt, wie Menschen trösten, dann müssen wir selber mehr trösten. Und wenn es nur so viel Liebe gibt, wie Menschen lieben, dann müssen wir selber mehr lieben.

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